Heil- und Pflegeanstalt Erlangen
Die ehemalige Heil- und Pflegeanstalt in Erlangen bietet ein großes Potenzial für die Etablierung eines Erinnerungs- und Zukunftsortes, an dem die umfassende Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ermöglicht wird. Das Konzept sieht hierfür einen ganzheitlichen Ansatz zur Reaktivierung der verbliebenen baulichen Elemente und deren Ergänzung durch eine verbindende Mitte vor. Zwischen den mit einer neuen Nutzung belegten Bestandsgebäuden wird ein Freiraum zur Vermittlung der verschiedenen Nutzungsansprüche im Dreiklang aus Gedenken, Bildung und Diskurs geschaffen. Der hortus memoriae ist das Bindestück zwischen den neu aktivierten historischen Gebäuden am Maximiliansplatz und der Schwabachanlage. Ein langgestreckter hortus conclusus wird zum innerstädtischen Rückzugsort als meditativer Raum mitten in der Stadt. Zugänglich für alle Menschen vermittelt ein barrierefreier Weg durch eine naturnah bewachsene Freifläche zwischen den ehemaligen Bezugsräumen der Täter und Opfer. Das inklusive Prinzip der Wertschätzung jeglichen Lebens wird hier landschaftsplanerisch visualisiert. Die Natur soll und darf sich frei entfalten. Der Mensch als gleichbedeutender Teil des Ganzen findet in der Ruhe des Ortes Zeit zum Nachdenken, auch über Vergangenes. Ein Besucherzentrum markiert den Eingangsbereich des hortus memoriae. Im Zentrum des hortus memoriae befindet sich ein spiegelndes Wasserbecken. Gefasst in der Umfriedung des Hortus findet am Rand des Beckens die Auseinandersetzung mit den hier geschehenen Verbrechen statt. Der neu geschaffene Ort trägt durch den Bezug zur Historie als auch durch die Zukunftsgewandtheit als gemeinwohlorientierte Landschaft zum gemeinschaftlichen Miteinander der Stadtgesellschaft bei. Dabei ist die Möglichkeit zur Vernetzung mit weiteren Stadt-Elementen über die neu geschaffenen Anknüpfungspunkte möglich. Der Erinnerungs- und Zukunftsort der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt wird dabei zum Initial-Raum für eine gesamtstädtische Entwicklung.




